Energie sparen

Im Vereinshaushaus intelligent Energie sparen

Die Stadtmission Arheilgen spart Energie und CO2 mittels Nutzungsplan und Smarthome. Amortisation: 1 Jahr.

 

Darmstadt (HWD) Gemeinde- bzw. Vereins-Häuser werden oft mehr oder weniger durchgehend beheizt, oder die Temperatur wird unkomfortabel mit der Hand am Ventil geregelt.

Dem Hausmeister der Stadtmission Arheilgen fiel der hohe Energieverbrauch im Gemeindehaus auf, und weil er auch Mitglied der Micha-Gruppe Darmstadt ist, fand er Energiesparen dringend angesagt.

Die Stadtmission Arheilgen ist eine evangelische Gemeinde in Darmstadt (https://stadtmission-arheilgen.de)

Die Micha-Initiative ist eine übergemeindliche christliche Bewegung die sich für Umweltschutz und Gerechtigkeit einsetzt. Die Vereinten Nationen haben 17 Elemente zur nachhaltigen Entwicklung (SDG) proklamiert. Micha hat sich diese Ziele zum Maßstab gemacht. Das CO2-Einsparen ist da natürlich eingeschlossen. (https://micha-darmstadt.com).

Die Gemeinde pflegt schon seit Jahren einen Belegungsplan für die Räume des Gemeindehauses, ursprünglich nur um Überschneidungen bei der Nutzung zu vermeiden. Die Idee war nun, diesen Belegungsplan, der per Google-Kalender organisiert wird, auch zum Steuern der Heizung zu nutzen. Es sollten künftig nur noch die Räume etwas höher beheizt werden, die auch tatsächlich genutzt werden, alle anderen könnten bei einer niedrigeren Basistemperatur verharren.

Nach und nach konnte das Vorhaben in die Realität umgesetzt werden. Jetzt spart die Gemeinde 20 % Energie und schont die Umwelt mit 2000 kg weniger CO2 pro Jahr. 

In Selbsthilfe wurden Heizungsventile per Schaltschrank steuerbar gemacht, Sensoren und Aktoren gesetzt, Computer installiert und Software geschrieben.

Kosten: 1500 € einmalig. Einsparung: 1500 € jährlich.
Weil die Arbeit ehrenamtlich ausgeführt wurde brauchte es etwas Zeit, aber nun funktioniert es. Die Software erfasst aus dem Kalender die Nutzungszeit eines Raumes und das aktuelle Klima vom Wetterdienst. Dem entsprechend werden die Ventile und die Kesseltemperatur geregelt und zwar so, dass es zu Veranstaltungsbeginn 21°C im Raum hat.

Einige Minuten vor Ende der Nutzung wird wieder die Basistemperatur von 18°C vorgegeben. Das ist die Standardtemperatur im Haus, wenn Räume nicht genutzt werden. Es ist eine Temperatur, die viel Energie spart, aber gleichzeitig noch ausreichend ist um zur Not eine spontane Nutzung bei erträglichem Klima haben zu können.

Gemeindemitglieder können im Internet nachschauen, ob „ihr“ Raum richtig beheizt wird. Außerdem erlauben speziell installierte Knöpfe auch ohne Google-Kalender ein spontanes Heizen.

Zudem wurde über vorhandene spezielle Gebläse-Heizkörper und Abluftventilatoren eine sogenannte Corona-Lüftung verwirklicht.  Das heißt, während der Gottesdienste und auch bei anderen Veranstaltungen im großen Saal wird frische warme Luft zugeführt und verbrauchte unter der Decke abgesaugt. Frische Luft soll das Ansteckungsrisiko besonders in der Zeit der Pandemie mindern.

Die Initiatoren würden sich freuen, wenn im Sinne des „Micha“-Gedankens (Schöpfung bewahren) auch andere Organisationen derartiges in ihren Gemeinschafts-, Vereins- oder Schulungs-Häusern installieren würden.

Bei Fragen bezüglich einer Umsetzung, können Sie sich gerne an die Initiatoren wenden, die jedoch nur ehrenamtlich in kleinem Umfang beraten können.

Simon Sander ist IT-Fachmann (mail@simon-sander.de); Helmut W. Diedrichs ist Ingenieur und Hausmeister (helmut@diedrichs.de).


„Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN“ (ZVG) fand die Einsparinitiative gut. Hinter dem Link ist deren Veröffentlichung.
https://www.zgv.info/umwelt-digitale-welt/artikel-einzelansicht/900-im-vereinshaus-intelligent-energie-sparen

Ferner bat die Zeitschrift Pro um ein Interview und hat über uns einen Aufsatz geschrieben:
https://www.pro-medienmagazin.de/stadtmission-senkt-mit-google-co2-ausstoss/